Zoll-Auktion, VEBEG oder Justiz-Auktion: Welche Plattform für welchen Kauf? (2026)
Die drei deutschen Behördenplattformen im direkten Vergleich: Angebot, Verfahren, Umsatzsteuer, Abholung und Gebotslogik. Mit einer klaren Empfehlung, wo Sie welche Ware suchen sollten.
Wer in Deutschland beim Staat kauft, landet bei einer von drei Plattformen. Sie sehen sich oberflächlich ähnlich, unterscheiden sich aber in dem Punkt, der über einen guten oder schlechten Kauf entscheidet: dem Verfahren. Dieser Vergleich stellt sie nebeneinander.
Die Kurzfassung
| Zoll-Auktion | VEBEG | Justiz-Auktion | |
|---|---|---|---|
| Träger | Generalzolldirektion | VEBEG GmbH (Bund) | Landesjustizverwaltungen |
| Verfahren | offene Auktion | Ausschreibung (verdecktes Gebot) | offene Auktion |
| Aktuelles Gebot sichtbar | ja | nein | ja |
| Umsatzsteuer | oft nicht | in der Regel zuzüglich | oft nicht |
| Aufgeld | nein | nein | nein |
| Schwerpunkt | Fund- und Einziehungssachen, Kommunaltechnik | Bundeswehr, Behördenfahrzeuge, Technik | Pfandsachen aus Vollstreckung |
| Umfang | am größten | mittel | am kleinsten |
Zoll-Auktion: die größte Auswahl
Die Zoll-Auktion ist das Auktionshaus von Bund, Ländern und Gemeinden. Versteigert werden bewegliche Sachen, an denen der Staat bei der Durchführung der Steuergesetze Rechte erworben hat, sowie Fundsachen und ausgesonderte Bestände öffentlicher Stellen.
Typisches Angebot: Fahrräder und E-Bikes in großer Zahl, Smartphones und Notebooks, Uhren und Schmuck, Werkzeug, dazu Kommunalfahrzeuge und Anhänger direkt von Städten und Gemeinden.
Stärken: Größte Auswahl, offene Auktion mit sichtbarem Gebotsstand, sehr gute Beschreibungen mit Bildergalerien. Bei Fahrzeugen liegt oft ein Sachverständigengutachten zugrunde.
Zu beachten: Der Anbieter ist häufig eine einzelne Stadt oder ein Landkreis, entsprechend liegt der Abholort verstreut über ganz Deutschland.
Am besten geeignet für: Alltagsgegenstände, Fahrräder, Elektronik und kommunale Technik. Wer einfach nur schauen will, was es gibt, fängt hier an.
VEBEG: die Bundesbestände, aber im Ausschreibungsverfahren
Die VEBEG ist die Verwertungsgesellschaft des Bundes und verwertet Bestände von Bundeswehr, Bundespolizei, Zoll und weiteren Auftraggebern.
Typisches Angebot: Pkw und Transporter aus Behördenfuhrparks, Lkw, Unimogs, Feuerwehr- und Sonderfahrzeuge, Werkstattmaschinen, Mess- und Prüfgeräte, Bundeswehrbekleidung und Ausrüstung.
Der entscheidende Unterschied: Die VEBEG versteigert nicht, sie schreibt aus. Sie geben bis zum Gebotstermin ein verdecktes Gebot ab. Es gibt keinen sichtbaren Höchstpreis, keine Gebotszahl und kein Nachbieten. Nach dem Termin wird ausgewertet und der Zuschlag erteilt.
Das hat zwei praktische Folgen. Erstens: Ihr Gebot muss auf einer eigenen Einschätzung beruhen, nicht auf dem Verhalten anderer Bieter. Zweitens: Ein zu niedriges "Testgebot" kostet Sie schlicht den Zuschlag, ein Nachlegen gibt es nicht.
Umsatzsteuer: Hier besonders wichtig. Die VEBEG stellt in der Regel zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer in Rechnung. Bei einem Gebot von 8.000 Euro sind das 1.520 Euro obendrauf. Wer das übersieht, verkalkuliert sich um fast ein Fünftel.
Am besten geeignet für: Fahrzeuge und Technik aus Bundesbeständen, und für Käufer, die den Wert selbst einschätzen können.
Justiz-Auktion: klein, aber alltagsnah
Getragen von den Landesjustizverwaltungen. Eingeliefert wird von Gerichtsvollziehern und Gerichten, es handelt sich um Pfandsachen und Verwertungsgut aus Vollstreckungsverfahren.
Typisches Angebot: Elektronik, Computer, Werkzeug, Maschinen, Möbel, gelegentlich Fahrzeuge und Wertgegenstände. Die Stückzahlen sind klein, die Beschreibungen aber meist sehr konkret, inklusive Angaben zum Zustand.
Besonderheit: Das Portal führt deutsche und österreichische Lose. Achten Sie auf den Artikelstandort und das Bundesland, wenn die Anfahrt eine Rolle spielt. GovAuctions zeigt im deutschen Markt ausschließlich Lose mit deutschem Standort.
Am besten geeignet für: Einzelstücke und Gelegenheitskäufe, gerade bei Elektronik und Werkzeug.
Welche Plattform für welchen Zweck?
Sie suchen ein Fahrzeug. Beide großen Quellen kommen infrage. Die VEBEG hat die Behördenfuhrparks, also Pkw, Transporter, Lkw und Sonderfahrzeuge. Die Zoll-Auktion hat die kommunale Technik, also Kehrmaschinen, Anhänger und Fahrzeuge einzelner Städte. Bei der VEBEG unbedingt die Umsatzsteuer einrechnen.
Sie suchen IT und Elektronik. Zoll-Auktion zuerst, dort landen eingezogene Geräte in großer Zahl, oft als Konvolut. Justiz-Auktion für Einzelstücke.
Sie suchen Werkzeug oder Werkstattausrüstung. VEBEG für die größeren Maschinen und die komplette Werkstatteinrichtung, Justiz-Auktion für einzelne Geräte.
Sie suchen ein Fahrrad. Zoll-Auktion, klar. Fundfahrräder sind dort eine der größten Kategorien überhaupt.
Sie wollen wiederverkaufen. Rechnen Sie sauber: Zuschlag plus gegebenenfalls Umsatzsteuer plus Transport plus Aufbereitung. Bei der VEBEG kommt hinzu, dass Sie ohne sichtbaren Gebotsstand bieten, das erhöht das Risiko, zu teuer zu kaufen.
Was für alle drei gilt
- Verkauf ohne Gewährleistung, gekauft wie gesehen.
- Abholware. Versand ist die Ausnahme, Verladehilfe wird nicht gestellt.
- Kein Aufgeld. Der Zuschlagspreis ist der Preis, gegebenenfalls zuzüglich Steuer.
- Kostenlose Registrierung ist Voraussetzung für die Gebotsabgabe.
- Zahlung per Überweisung, Freigabe der Ware erst nach Zahlungseingang.
GovAuctions führt die laufenden Lose aller drei Plattformen zusammen, damit Sie die Angebote vergleichen können, ohne drei Portale einzeln zu durchsuchen. Wir sind mit keiner der Stellen verbunden; Registrierung, Gebot und Abwicklung laufen dort.
Laufende Auktionen in Deutschland
Alle Auktionen ansehen →Bereit zum Stöbern?
Behördenauktionen aus ganz Deutschland an einem Ort, kostenlos.
Alle Auktionen durchsuchen

